Der tägliche Spagat der Gegensätze auf dem Eventhof
Das Haflinger Zentrum – ein altes Berner Bauernhaus mit Charakter, gewachsen über Generationen und gleichzeitig ein moderner Eventbetrieb mit Anforderungen an Effizienz, Hygiene und Organisation. Ein Ort, der auf den ersten Blick einfach wirkt und im Hintergrund hochkomplex funktioniert. Unser Eventhof vereint Gegensätze, die im Alltag laufend neu austariert werden müssen: Tradition und Effizienz, Stall und Gastronomie, Pferdewohl und Gästeerlebnis. Genau dieser Spagat prägt, was unsere Gäste erleben und was hinter den Kulissen täglich geleistet wird.
Ursprünglicher Charme versus Funktionalität

Unser Hof soll sich für Gäste wie ein Stück gelebte Emmentaler Tradition anfühlen. Das geschichtsträchtige Berner Bauernhaus mit den typischen Holzschnitzereien, die idyllische Gartenterrasse mitten im Grünen und eine gewisse Ursprünglichkeit prägen das Erlebnis. Gleichzeitig braucht es im Hintergrund klare Strukturen und eine ganze Menge an Organisation, damit ein toller Aufenthalt für unsere Gäste gewährleistet werden kann. Kurze Wege für das Personal, durchdachte Arbeitsabläufe, pflegeleichte Materialien und moderne, energieeffiziente Geräte gehören dabei zu den wichtigsten Anforderungen.
Diese beiden Welten dürfen sich nicht widersprechen. Gäste sollen Sauberkeit und reibungslose Abläufe erleben, ohne dass die technische und organisatorische Seite in den Vordergrund tritt. Der Anspruch, den Spagat zwischen alt und modern sowie zwischen Idylle und Funktionalität zu halten, gehört zu unseren täglichen Herausforderungen.
Stall versus Gastronomie

Der Pferdestall und die Gastroküche liegen bei uns nur rund 15 Meter auseinander. Was romantisch wirkt, bringt im Alltag eine Vielzahl an Herausforderungen mit sich.
Das Haflinger Zentrum vereint zwei Systeme in sich: die Anforderungen der tierschutzgerechten Pferdehaltung und die Vorschriften der Gastronomiehygiene. Beide Bereiche werden unabhängig kontrolliert und bewertet. Das bedeutet doppelte Verantwortung und die Aufgabe, beide Seiten so zu verbinden, dass ein funktionierender Gesamtbetrieb entsteht.
Hygiene steht dabei an oberster Stelle. Wir arbeiten bewusst über den geforderten Standards. Das bedeutet regelmässige Mitarbeiterschulungen, klar definierte Abläufe und konsequente Trennung von Bereichen. Schuhe und Bekleidung werden gewechselt, Wege sind festgelegt, Verantwortlichkeiten klar verteilt.
Zudem wird der Miststock seit einigen Jahren wöchentlich geleert und ist bewusst entfernt platziert. Das reduziert sowohl Geruch als auch Insektenbelastung deutlich. Eine Entscheidung, die nicht nur hygienisch relevant ist, sondern auch für das Gästeerlebnis einen spürbaren Unterschied macht.
Team Pferde versus Team Gastro

Unsere Pferde- und Gastroteams arbeiten unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen. Das Pferdeteam beginnt den Tag früh, arbeitet draussen bei jedem Wetter und folgt klaren, täglichen Routinen. Das Gastroteam hingegen arbeitet vorwiegend in den Eventräumen und in der Gastroküche und werden dabei flexibel eingesetzt, abhängig von den gebuchten Events, ab und zu bis spät in den Abend hinein.
Direkte Berührungspunkte zwischen den Teams gibt es kaum. Auch das Mittagessen findet zwangsläufig zu unterschiedlichen Zeiten statt. Trotzdem müssen beide Bereiche nahtlos ineinandergreifen und ein hohes Mass an bereichsübergreifendem Verständnis mitbringen. Der beschriebene Spagat betrifft somit alle Mitarbeitenden des Eventhofs. Die tägliche Koordination erfolgt über das Büroteam in der Gästebetreuung. Nur so entsteht für unsere Gäste ein Ablauf, der sich einfach und selbstverständlich anfühlt.
Pferdewohl versus Gästeerlebnis

Unsere Haflinger stehen in jeglicher Hinsicht im Zentrum. Ihr Wohlbefinden steht für uns an erster Stelle. Wir geben jeden Tag alles dafür und entwickeln uns weiter. Dazu gehören durchdachtes Weidemanagement, individuell abgestimmte Bewegung, gezielte Weiterbildungen für unser Team sowie nicht zuletzt unsere Elektrokutschen.
Gleichzeitig sollen unsere Gäste die Pferde erleben können. Auch dann, wenn sie bisher wenig Kontakt zu Tieren hatten. Nähe ist für ein einprägsames Erlebnis wichtig, aber nicht grenzenlos möglich. Hier entstehen mehrere Spannungsfelder:
- Ruhe vs. Interaktion: Pferde brauchen zwischendurch Rückzugsräume. Die Gäste möchten Nähe, streicheln, interagieren.
- Arbeitsabläufe vs. Zugänglichkeit: Stallarbeiten möchten vom Personal effizient erledigt werden, während Gäste sich im selben Raum bewegen und Fragen stellen dürfen.
- Sicherheit vs. Erlebnis: Besonders sensibel ist der Moment beim Einspannen der Pferde für die Rundfahrten. Die Tiere sind aufmerksam und reagieren entsprechend. Aus Sicherheitsgründen halten wir Gäste in dieser Phase bewusst auf Distanz. Nach der Fahrt ist die Situation ruhiger. Dann entstehen die Momente, in denen Nähe möglich ist.
- Füttern vs. Pferdegesundheit: ein häufig geäusserter Wunsch ist das Füttern der Pferde. Auch wenn der Gedanke naheliegend ist: Für die Gesundheit der Tiere ist dies nicht erlaubt. Qualität bedeutet hier auch, konsequent zu bleiben und klare Rahmenbedingunen zu schaffen.
Lagerplatz und Funktionalität versus Gästeerlebnis und Idylle

Ein Eventbetrieb mit bis zu 250 Personen bringt einen erheblichen Bedarf an Platz mit sich. Lebensmittellager, Kühllager unterschiedlicher Temperaturen, Küchenausstattung, Geschirr, Möbel, Eventmaterial. Dazu kommen Stallbedarf, Futter, Kutschen, Sättel sowie Büro- und Organisationsräume.
All diese Elemente teilen sich denselben Hof. Der verfügbare Raum ist knapp, wird laufend optimiert und neu gedacht. Dabei sind logistische und organisatorische Meisterleistungen gefordert. Auch hier zeigt sich der Spagat zwischen Ordnung, Funktionalität und dem Wunsch, den Hof nicht wie ein Logistikzentrum wirken zu lassen. Das Ziel bleibt immer, möglichst effiziente Arbeitsabläufe sicherzustellen, ohne den Charakter des Ortes zu verlieren.
Fazit
Wie viel Logistik und Effizienz verträgt ein Ort, ohne seine Seele zu verlieren?
Wie viel Ursprünglichkeit ist möglich, ohne Kompromisse bei Sicherheit, Hygiene und Tierwohl einzugehen?
Seit über 30 Jahren bewegen wir uns genau in diesem Spannungsfeld. Die Antworten entstehen nicht theoretisch, sondern im täglichen Tun. Schritt für Schritt, Erfahrung für Erfahrung mit dem Anspruch, beides zu verbinden: einen authentischen Hof und einen professionellen Eventbetrieb.